Ermutigung & Befähigung statt Ermahnung & Kontrolle

February 7, 2017

Teil 1 von 3

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Kinder lernen in unserer Gesellschaft, dass der äußere Schein alles ist, was zählt. Man wird nur aufgrund eines bestimmten Verhaltens und der erbrachten Leistung wertgeschätzt und nicht aufgrund dessen, wer man ist. Doch in so einer Umgebung lernen Kinder automatisch, Verhalten vortäuschen zu müssen, um geliebt und angenommen zu sein.

 

Zudem sind Kinder gewohnt, für richtiges Verhalten und Leistung sofort eine Belohnung zu erhalten - ob im echten Leben durch ein Bonbon oder eine gute Note oder in digitalen Spielen durch Münzen und neue Level.

 

Doch Kinder brauchen eine Umgebung,

in der sie sie selbst sein können und nichts vortäuschen müssen, um angenommen zu sein;

in der sie lernen können, sich angemessen zu verhalten, nicht aus dem Motiv eine bestimmte Belohnung zu bekommen, sondern aus dem Motiv das RICHTIGE zu tun.

 

Wenn wir als Eltern, Erzieher oder Aufsichtsperson Autorität über die Kinder haben, können wir schnell zu der falschen Auffassung kommen, dass es unsere Verpflichtung wäre, die Kinder (und ihr Verhalten) zu kontrollieren.

 

Doch Kinder müssen lernen, sich selbst zu kontrollieren. Wir müssen ihnen die Freiheit geben, selbst zu entscheiden, wie sie sich verhalten wollen.

Das "Ja" eines Kindes ist in Wirklichkeit kein "Ja", wenn ich ihm nicht freistelle, auch "Nein" zu sagen.

 

Bsp: „Entweder du bist leise und darfst hier bleiben ODER du bist laut und musst dann aber rausgehen. Es ist DEINE Entscheidung.“

 

Das Ziel sollte sein, Kindern beizubringen, weise Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung für ihre eigenen Entscheidungen zu übernehmen.

Das erreichen wir aber nicht durch KONTROLLE, sondern durch BEFÄHIGUNG.

 

Dazu müssen wir immer wieder deutlich machen, WARUM ein bestimmtes Verhalten wichtig ist und dass der Wert nicht in einer äußeren Belohnung, sondern in dem RICHTIGEN Verhalten selbst liegt.

 

Deswegen sind Beziehungen (besonders deine Beziehung zu dem Kind) dabei so entscheidend. Beziehungen geben den Regeln einen Sinn, da es für ein erfolgreiches Zusammenleben immer Bedingungen geben muss.

Wir müssen Kinder beides beibringen: Weise Entscheidungen zu treffen und innerhalb von Grenzen zu leben.

 

Kinder sollten erfahren können, dass ihr Verhalten nicht die Quelle ihrer Wertschätzung ist.

Wir müssen eine Umgebung schaffen, in der Kinder falsches Verhalten zugeben können, ohne Angst haben zu müssen, gedemütigt zu werden und die Liebe und Anerkennung zu verlieren.

Besonders in unserer leistungsorientierten Gesellschaft ist das, was Kinder brauchen, bedingungslose Liebe, die unabhängig von ihrer Lesitung ist.

 

Statt nur die Leistung und das Verhalten des Kindes zu loben, sollten wir besonders seine Person selbst (Charakter, Gaben, Fähigkeiten) immer wieder bestätigen.

Generell ist es leicht sich nur auf das falsche Verhalten des Kindes zu fokussieren. Doch wenn wir immer nur ERMAHNEN und meckern, geht das Positive unter und wir machen ein Kind schnell mutlos. Stattdessen sollten wir viel mehr ERMUTIGEN und das positive Verhalten des Kindes hervorheben.

 

„Eine ehrlich gemeinte Ermutigung besitzt eine unwiderstehliche Anziehungskraft,

die das Kind nachhaltig beeinflussen wird, selbst wenn es davon keinerlei

Notiz zu nehmen scheint.“ - Emerson Eggerichs

 

Unsere Worte haben die Macht, die Biographien der Kinder zu beeinflussen.

 

 

 

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Verfasser:

Nora Wendt

Studiert am Theologischen Seminar Beröa und leitet die Kinderkirche der FCG Frankfurt.

 

 

 

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