Weißt du, was du tust?

December 14, 2017

 

 

Sonntag. 10:45 Uhr.

 

Der kleine Tom malt mit den Stiften auf dem Tisch rum. Ich nehme ihm die Stifte weg.

Gleichzeitig rede ich beruhigend auf die kleine Emma ein. Sie hängt die ganze Zeit weinend an meinem Bein. Sie möchte zu ihrer Mama.

„Lukas nimm die Duplosteine aus dem Mund!“

Ich nehme einen strengen Geruch war. Oh, nein! Er kommt von Sarah!

 

Ich frage mich: Was tue ich hier eigentlich?

 

 

Schnell passiert es, dass wir in den Kleinigkeiten den Blick für das verlieren, was wir eigentlich tun.

Schnell denken wir: „Das, was ich tue, ist unbedeutend und wird nicht gesehen.“

 

 

Dazu eine kleine Anekdote.

 

Eine Villa zu bauen ist ein großes Projekt.

Da gibt es einen Architekten, der die Pläne gezeichnet hat und die Anweisungen an die Arbeiter weitergibt.

Jeder Arbeiter arbeitet an einem anderen Teilbereich des großen Gebäudes.

Der eine formt Steine für die Mauer.

Der andere mischt Farbe für die Wände.

Wieder ein anderer baut die Türen.

Jeder ist sich wage bewusst, dass die anderen ebenfalls an der Arbeit sind, und alle wissen, dass es noch viele andere Abteilungen mit anderen Aufgaben gibt.

Wenn sie mit ihren Steinen und Türen fertig sind, geben sie diese ab, ohne unbedingt zu wissen, an welcher Stelle sie im fertigen Gebäude letztlich eingesetzt werden.

Vielleicht haben sie die vollständigen Pläne nie gesehen.

Vielleicht werden sie auch gar nicht mehr erleben, wie das Gebäude endlich fertig wird und ihr Werk dort platziert wird.

Doch sie vertrauen dem Architekten.

Und wenn die Villa fertig ist, wird ihr eigenes Werk aufgewertet werden. Es wird an seinem Platz im Ganzen mehr bedeuten, als es bedeuten konnte, als sie es in der Werkstatt formten.

 

 

Das Reich Gottes ist groß und vielfältig.

Gott hat den Plan aufgezeichnet und an uns weitergegeben.

Jeder von uns arbeitet an einem anderen Teilbereich.

Jeder ist sich wage bewusst, dass da noch tausend andere Menschen sind, die ebenfalls an der Arbeit sind.

Doch jede Kleinigkeit, die ich tue, ist bedeutend und hat seinen Platz.

 

Ich wische Tische ab und baue Reich Gottes.

Ich beruhige die kleine Emma und baue Reich Gottes.

Ich kümmre mich um Lukas Sicherheit und baue Reich Gottes.

Ich wechsle die Windel von Sarah und baue Reich Gottes.

 

Das, was du tust, zählt!

 

 

 

__________________________________________________________________________

 

Verfasser:

Nora Wendt

Studiert am Theologischen Seminar Beröa und leitet die Kinderkirche der FCG Frankfurt.

 

 

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